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Geschichte des Verbandes

[Deutsche Drechslertage - zeitliche Auflistung]

 

 

Als die Handwerke im 19. Jahrhundert sich zu organisieren begannen, trat auch das Drechslerhandwerk geschlossen auf. 1879 reisten erstmals Drechslermeister zu einem Treffen in Hamburg an. Dieses Jahr gilt als das Gründungsjahr des Bundesverbandes.

 

Besonders nachdem 1900 die Gewerbefreiheit verkündet wurde, war die Organisation des Fachverbandes das Bollwerk gegen den Preisverfall und sorgte zugleich für seine (organisierte) Fortentwicklung auch innerhalb des sich veränderten Marktes.

 

Die Verlegerfamilie Steiger, die für die Herausgabe der Drechslerzeitung (erschienen seit 1890) verantwortlich zeichnete, hatte immer schon auch die Geschäftsführung des Fachverbandes inne. So wurde nach einer Zwangspause im Zweiten Weltkrieg die Repräsentanz des Drechslerhandwerks wieder hergestellt. Kollege Feuerbaum aus Dortmund und Ernst Heidelmann aus Hannover waren die Drechslermeister, die die ersten Schritte des Fachverbandes nach dem Kriege wieder organisierten.

Nach deren Tode wurde Joseph Pützer aus Bonn der Vorsitzende des Verbandes, der bis zuletzt viele Drechslertage geleitet hat.

 

1957 richtete man in Hildesheim eine Drechslerfachklasse unter der Führung von Gottfried Böckelmann ein. Sie gilt als Nachfolgeeinrichtung der Schule in Leisning (Leipzig) und wurde mit erheblicher Unterstützung der Drechsler-Schirm- und Stockmacher-Innung Hannover (Obermeister Fritz Brackhahn) gegründet.

 

Der Sohn Pützers übernahm für einige Jahre die Geschäftsführung des Verbandes. Nach Joseph Pützer stand Walter Weißig aus Berlin als zweiter Vorsitzender dem Verband zur Verfügung.

 

In dieser Zeit wurden gerade in Berlin die Berufsbilder erstellt, die die Grundlage der neuen Ausbildungs- und Meisterprüfungsordnung bilden sollten. Damals sind die Holzspielzeugmacher den Drechslers zugeordnet worden, um für diese das Abgleiten in die Gruppe der "handwerksähnlichen  Gewerbe" zu verhindern. Mit viel Engagement gelang es Gottfried Böckelmann gleichzeitig, dass den Drechslern als erstem Handwerksberuf eine differenzierte Ordnung genehmigt wurde, die somit für alle Ausbildungen und Meisterprüfungen in der Bundesrepublik gesetzliche Grundlage wurde. Der Verband hatte auch im Gesamthandwerk ein wichtiges Wort mitzureden. So arbeitete Gottfried Böckelmann, der viele Jahre stellvertretender Vorsitzender des Fachverbandes war, auch als Mitglied der Hauptausschüsse des ZDH kontinuierlich für das (gestaltende!) Drechslerhandwerk.

 

Walter Weißig suchte dem Verband eine neue Geschäftsführung zu verschaffen. Als auf dem Drechslertag in Amorbach (1973) Leonard Wild aus Nürnberg zum Bundesinnungsmeister gewählt wurde, konnte dieser mit Herrn Walter Vogel aus Führt in der Kreishandwerkerschaft dort zugleich eine Geschäftsführung für den Verband anbieten.

 

Seit dieser Zeit ist der Verband in Fürth gut versorgt. Der Nachfolger von Herrn Vogel, Herr K.H. Tiefel, stand dem Verband als Geschäftsführer mit großem Engagement von 1979 bis 2008 zur Verfügung.

 

Die Bundesinnungsmeister derweil wechselten. Dieter Kempe aus Gütersloh, gewählt 1979 auf dem Verbandstag  in Nürnberg, an dem ca. 250 Personen teilnahmen, steckte viel Zeit in die Verbandsführung. Als er krankheitsbedingt 1994 sein Amt an den Drechslermeister Günter Huhn, Steinbach-Hallenberg, als ersten Bundesinnungsmeister aus den "Neuen Ländern", weitergab, hatte der Verband ein solides Gewicht innerhalb der Handwerksorganisation wiedererlangt.

 

Seit 2007 ist Gerhard Preick aus Springe (Landesinnungsmeister in Niedersachsen) erster Vorsitzender des Fachverbandes und damit Bundesinnungsmeister. Die Geschäftsstelle in Fürth wird durch Herrn Thomas Mörtel weitergeführt.