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Immaterielles Kulturerbe

06.11.2017

Der Bundesverband der Drechsler und Holzspielzeugmacher hat einen Antrag zur Aufnahme des Drechslerhandwerks in das immaterielle Kulturerbe gestellt.

 

In den letzten zwei Jahren hat ein Arbeitskreis aus Mitgliedern des Bundesverbandes unter der Leitung von Drechslermeister Wolfgang Miller die verschiedenen Antragspunkte zusammengetragen und formuliert.

 

 

Die Deutsche UNESO – Kommission beschreibt ihre Aufgabe so:

 

„Im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes befinden sich derzeit 68 Kulturformen und vier Programme im Register Guter Praxisbeispiele. Das Verzeichnis soll von Jahr zu Jahr wachsen und die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen.

 

2016 hat der Zwischenstaatliche Ausschuss der Konvention die erste deutsche UNESCO-Eintragung „Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften“ sowie den mit deutscher Beteiligung erweiterten multinationalen Eintrag "Falknerei" anerkannt. Im Dezember 2017 entscheidet der Ausschuss über die deutsche Nominierung "Orgelbau und Orgelmusik".

 

Formen Immateriellen Kulturerbes (nicht zu verwechseln mit dem UNESCO-Welterbe) sind entscheidend von menschlichem Wissen und Können getragen. Sie sind Ausdruck von Kreativität und Erfindergeist, vermitteln Identität und Kontinuität. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und fortwährend neugestaltet. Zu den Ausdrucksformen gehören etwa Tanz, Theater, Musik und mündliche Überlieferungen wie auch Bräuche, Feste und Handwerkskünste. Als Kulturtalente stellt die DUK ausgewählte Träger des Immateriellen Kulturerbes vor.

 

Damit das weltweit vorhandene traditionelle Wissen und Können erhalten bleibt, hat die UNESCO 2003 das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Mehr als 170 Staaten sind inzwischen der völkerrechtlich verbindlichen Konvention, die 2006 in Kraft trat, beigetreten. Die drei Listen des immateriellen Kulturerbes veranschaulichen die Vielfalt lebendiger kultureller Ausdrucksformen aus allen Weltregionen.“

 

Dies hat der Bundesverband zum Anlass genommen, sich mit dem „Drechslerhandwerk“ zu bewerben. Hiervon verspricht sich der Verband, dass das Handwerk wieder mehr in den öffentlichen Focus gerät und nicht, wie in den letzten Jahren schon gehabt, leichtfertige und unüberlegte politische Entscheidungen getroffen werden, die das Drechslerhandwerk gefährden könnten. Neben dem umfangreichen Bewerbungstext konnte Wolfgang Miller Frau Dr. Silva Glaser, Sammlungsleiterin Gewerbemuseum, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Prof. Dr. Angelika Rauch von der FH Potsdam, Konservierung und Restaurierung- Holz, und Herrn Andreas Willmy M.A, IKU / ARCHAEO, Rottenburg am Neckar für die notwendigen Empfehlungsschreiben gewinnen.

 

Ein weiteres Ziel neben der Anerkennung ist es, die zusammengetragenen Texte in einem kleinen Heft zusammen zu fassen und zu veröffentlichen.

 

 

Walter Hoppe
Bundesinnungsmeister